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Amrita Samgamam: Persönlichkeitsentwicklungs-Camp für Kinder
17.-18. Mai 2008 Amritapuri
Am letzten Wochenende kamen 2500 Kinder von ganz Kerala und auch von weiter her nach Amritapuri zu einem zweitägigen Camp für Persönlichkeits-Entwicklung, genannt Amrita Sangamam. Das kostenlose Camp bestand aus Yoga- und Meditationskursen sowie Motivations-Ansprachen von verschiedenen Rednern, einschließlich vieler Ashram-Schüler. Die Kinder wurden in Altersgruppen eingeteilt. Amma beschäftigte sich mit den Kindern, führte eine lebendige Frage-Antwort-Stunde durch, gab Darshan und sang Bhajans.
Als Amma am ersten Tag zu den abendlichen Bhajans kam, rief ein Junge: "Amme! Du bist unsere Mutter, nicht wahr?" Amma lächelte nur zu ihm hinunter und nickte. Sofort brachen alle Kinder in jubelnden Applaus aus.
Die Meditation, die gelehrt wurde, war eine neue Version von Ammas Meditations-Technik ( Integrated Amrita Meditation Technique ®) speziell für Kinder.
Wie bei allen früheren Kinder-Camps, die im Ashram durchgeführt wurden, war der Höhepunkt der Frage-Antwort-Teil. Die erste Frage stellte ein 18-jähriges Mädchen, das in Tamil Nadu studiert. Es erzählte Amma, dass sie und andere Schüler unter den Schikanen älterer Schüler litten. Fast unter Tränen erklärte sie, dass sie sich bei der Schulleitung beschwert hatte, aber nichts dagegen unternommen worden sei. Deshalb fragte sie Amma, was sie tun könne.
"Das einfach vorzubringen zeigt, dass du Mut hast", sagte ihr Amma. "Du musst der Schulleitung klar machen, dass so etwas geschieht. Sonst wird die Situation nur noch schlimmer. Es könnte zu Folter und sogar Tod führen. Dieses Drangsalieren ist ein großes Problem. Auch viele Mütter haben Amma davon erzählt. Es ist kein Teil der indischen Tradition, taucht nun aber hier auf. Viele Kinder leiden deswegen. Viele bekommen Depressionen. Und mit Depressionen können sie nicht gut lernen. Ihr Verstand hört auf, ordentlich zu funktionieren. Um dem entgegen zu wirken, werden schließlich Antidepressiva genommen.
"Glaube nicht, dass es eine leichte Sache ist, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Du rettest viele vor einer großen Katastrophe. Trotzdem stell dich auf die Konsequenzen und Probleme ein, die auftauchen können, wenn du dagegen aufstehst. Schreibe einen Bericht darüber. Mache ihn wahrheitsgemäß. Wir sollten nicht handeln, ohne zu denken, und nicht denken, ohne zu handeln. Es kann sein, dass dich deine Freunde nicht unterstützen. Nicht weil sie dich nicht mögen, sondern weil sie Angst haben. Es können Sorgen auf dich zukommen, und trotzdem solltest du es zur Sprache bringen. Du solltest das Adharma [Unrecht] aufzeigen. Nur so kann Dharma [Rechtschaffenheit] wieder hergestellt werden."
Eine andere Studentin berichtete, dass viele ihrer Kommilitoninnen regelmäßig große Partys gäben, viel Geld für Esswaren ausgäben und Alkohol tränken. Sie erzählte Amma, dass sie ihnen zu erklären versucht hatte, dass das Geld, das sie ausgäben, verwendet werden könnte, um den Armen zu helfen, doch sie zeigten ihren Worten kein Interesse. Das Mädchen wollte wissen, wie sie das ihren Mitstudentinnen verständlich machen könnte.
"Nur jene, die Hunger erlitten haben, kennen die Schmerzen der Hungernden", sagte Amma. "Nur jene, die schwere Lasten getragen haben, kennen die Schwierigkeiten des Arbeiters. Diese Kinder hatten in ihrem Leben nicht zu leiden. Was sie in ihrem Leben auch gewünscht haben, wurde ihnen von ihren Eltern gegeben. Deren Eltern sollten sich dieser Tatsache bewusst sein."
"Wir hatten einmal ein Problem auf dem Campus der Universität in Coimbatore. Die Kinder verschwendeten viel Essen nahmen mehr, als sie essen konnten und warfen den Rest weg. Am Ende jeder Mahlzeit waren 10 Müllcontainer voll von weggeworfenen Speisen. Sie wurden oft darauf hingewiesen, hörten jedoch nicht darauf. Also wurde eine Geldstrafe von denen verlangt, die Essen weggeworfen hatten. Innerhalb einer Woche wurden die 10 Container zu einem reduziert. Manchmal kommt Bewusstsein nur durch Strafe zustande.
Wenn wir einen Blick auf die Welt werfen, sollten wir uns an all die leidenden Leute erinnern. Indem wir dies im Hinterkopf behalten, sollten wir die Mengen an Eis und Schokolade, die wir essen, und die Menge an Kleidung, die wir kaufen, reduzieren. Wir können das gesparte Geld verwenden, den Armen zu helfen."
Die nächste Frage kam von einem Jungen. Er sagte: "Amma, nachdem wir jetzt hier sind und die Reden der Swamis hören, fühlen wir uns wirklich inspiriert, eine nachhaltige Entscheidung zu treffen und unsere Einstellung und unseren Lebensstil zu ändern. Doch diese Entscheidung dauert nur an, bis wir nach Hause fahren. Dann fallen wir wieder in unsere alten Gewohnheiten zurück. Wie können wir die Willensstärke entwickeln, diese Ideale zu leben?"
"Wenn die Examen vor der Tür stehen, wird niemand seine Zeit mit Spielen oder Kinogehen oder Geschwätz verbringen", sagte Amma. "Warum? Weil man Bewusstsein entwickelt hat. Wenn euer Verlangen nach Veränderung ernsthaft ist, könnt ihr dieses Bewusstsein im Innern erwecken."
Amma hob dann die Wichtigkeit hervor, guten Umgang zu haben, erklärte, wie stark der Einfluss von Freunden auf die eigene Persönlichkeit, Einstellung und Handlungen ist. "Wir sollten in unseren Herzen einigen Raum für andere reservieren", sagte Amma. "Wir sollten auch Geduld haben, auf andere zu warten. Dann können wir den Himmel im Innern haben, und wir können den Himmel auf Erden erschaffen."
Amma riet allen Kindern, Dienstleistungs-Projekte zu initiieren, wie das Bauen von öffentlichen Toiletten und das Reinigen von öffentlichen Bereichen. Sie sagte, dass das Ausbrechen von Chikun Gunya und Dengue-Fieber verhindert werden könnte, wenn sich Menschen in solchen ehrenamtlichen Aktivitäten engagieren würden. "Vorbeugen ist besser als heilen", sagte Amma.
Zum Ende der Stunde sagte eine Studentin der Ingenieurswissenschaften aus Alappuzzha: "An diesem Wochenende habe ich Amma das erste Mal getroffen. Obwohl Muttertag am 11. Mai war, habe ich das Gefühl, dass heute der wirkliche Muttertag ist." Das löste einen tosenden Applaus von allen Kindern aus.
Das Mädchen fuhr fort, Amma zu erzählen, dass viele Kinder in ihrer Schule oft unterschiedliche Videos auf ihren Mobiltelefonen erhalten und austauschen. Einige davon sind extrem gewalttätig, zeigen sogar graphische Exekutionen. "Ich verstehe nicht", sagte sie, " wie kann jemand solche Dinge ansehen und nicht einmal berührt von dem sein, was er sieht. Heutzutage scheinen die Menschen dem Leiden anderer gegenüber so desensibilisiert zu sein. Hat Amma irgendetwas darüber zu sagen?"
"Wir sehen die Probleme der Gesellschaft nicht als unsere Probleme an. Während Indiens Freiheitskampf empfanden alle die Probleme der Gesellschaft als ihre eigenen. Das brachte die Freiheit. So eine Haltung müssen wir neu beleben."
Amma sagte: Die Liebe zu Gott und Mitgefühl für die Welt sind nicht zwei getrennte Dinge. Wie kann man Liebe lehren? Wie kann man Mitgefühl lehren? Es muss auf natürliche Art von innen heraus kommen. Wir sollten für solche Leute beten."
Amma sprach zu den Kindern auch über die Wichtigkeit, seine Eltern sowie Mutter Natur zu respektieren. Sie lehrte sie auch, ein paar einfache Praktiken zu übernehmen, um Bewusstheit und Ehrfurcht zu kultivieren sowie Gott Speise anzubieten, bevor man isst. Außerdem erklärte sie den Kindern, dass drei Dinge nötig seien, um auf jeglichem Gebiet erfolgreich zu sein: Kripa, Karma, Kaalam Gnade, Handlung und richtiger Zeitpunkt.
Die Stunde endete mit der Bitte eines Kindes an Amma, den Bhajan "Mata Rani" zu singen. Amma willigte ein, wenn sie zur Musik tanzen würden. Und im Nu war die Halle voll von singenden und tanzenden Kindern, die alle eine großartige Zeit mit Amma hatten.
Quelle: www.amritapuri.org
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